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Neues Thema erffnen   Neue Antwort erstellen Seite 1 von 1 [14 Beitrge] Das Thema als ungelesen markieren
Strafanzeige gegen Astro TV
ModeratorenCITV_Moderatoren    
Autor Nachricht
  Nico
Bekloppter
Bekloppter


Geschlecht: Geschlecht:mnnlich
Beitrge: 273
Wohnort: Wiesbaden
BeitragVerfasst am: Montag, 17.09.2012, 17:10 
Titel:  Strafanzeige gegen Astro TV
Thema Beschreibung: Staatsanwaltschaft lehnt Ermittlungen ab
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Quelle: YouTube.com

In diesem Mitschnitt beschwert sich eine Anruferin, dass sie 15 Minuten lang warten und "schreckliche Musik" hren musste. Sie war also schon vor Beginn dieses Mitschnittes vom Zufallsgenerator ausgewhlt worden.

Sie hatte sich nur ein Mal eingewhlt und sollte vermutlich am Ende der Durchstellpause den Zuschauern als Nachweis dafr prsentiert werden, wie leicht es doch wre, bei Astro TV durchzukommen. Zu der Frage "Wie oft hast Du Dich eingewhlt?" kam es allerdings nicht mehr, weil sie sich sofort ber die Wartezeit beschwerte.

Whrend der 10-mintigen Durchstellpause wurde bei allen anderen Anrufern abkassiert, obwohl eine Anruferin bereits ausgewhlt war und auf die Durchstellung ins Studio wartete.

Die Anruferin aus Kln hat ihre Angaben in einem Telefongesprch besttigt und die Abschrift der Aufzeichnung dieses Telefonates spter unterschrieben.





Telefongesprch mit der Anruferin


Knnen Sie sich noch erinnern, wie oft Sie sich eingewhlt haben?

Ein Mal!

Ein einziges Mal. Phantastisch.

Ich hatte Glck. Ich habe da aber eine Viertelstunde diese schreckliche Musik hren mssen. Und immer wieder "Bleiben Sie dran. Bleiben Sie dran." Ich denk, warte mal ab, was wird.

Danach wollte ich Sie noch fragen. Ich muss Sie nicht fragen, ob Sie mit der Beratung zufrieden waren. Das haben Sie in der Sendung ja schon gesagt, dass Sie mit der Beratung von Frau Hotan zufrieden waren.

Aber ja.

Gut. Sagen Sie, wie lange denken Sie denn, dass Sie warten mussten? Sie haben gesagt, eine Viertelstunde. Nun kann man sich da ja auch verschtzen. Kann das auch wesentlich krzer gewesen sein?

Nein, ich habe nmlich auf die Uhr geguckt. Und dann wei ich ja nicht, wie der Zufallsgenerator aussucht, aber ich verfolge die Sendungen schon mal fter und denke immer, mein Gott, die Berater, die sitzen ja unheimlich lange, ehe wieder ein Gesprch hereinkommt. Und wenn sie nmlich dann versuchen anzurufen, dann heit es immer "Leider hat Sie unser Generator nicht ausgesucht." Ich meine, es lge auch viel am Zufallsgenerator, schalten die nicht so oft durch, oder wo liegt es dran?

Das ist ein technischer Mechanismus. Der kann Sie nach einer Minute auswhlen, es kann aber auch schon mal lnger dauern, weil es ja nach den Regeln einer Gewinnspielsendung geht. Man knnte ja unmglich die vielen Anrufer durchschalten.

Ja, ja, aber mitunter, ich habe auch schon mal auf die Uhr geguckt. Da saen die ber eine Viertelstunde, zwanzig Minuten und es klingelte nicht.

Dann lst der Zufallsgenerator nicht aus. Da hat keiner Einfluss drauf.

Ah, so.

Frau xxx, weil Sie ja zeitlich eng sind, versuche ich es kurz zu machen. Als Sie sich eingewhlt haben, wussten Sie da schon, dass Sie eine XXL-Beratung bekommen?

Nein! - Nein, das wusste ich nicht. In dem, wo die Hilli noch beraten hat, habe ich mich eingewhlt und dann sagten die, es wr eine XXL-Beratung.

Und als Sie sich eingewhlt haben, gab es diese XXL-Beratung noch nicht?

Nein, da war die normale Beratung.

Da war die normale und die XXL-Beratung war noch gar nicht angekndigt?

Wie ich eingewhlt habe und die sagten "Warten Sie" oder "Sie sind in der engeren Auswahl", dann sprang das ein, dass die das XXL machten.

Das ist eigentlich so nicht in Ordnung. Frau xxx, da Sie gesagt haben, dass Sie zeitlich knapp sind, denke ich, dass wir jetzt hier Schluss machen an der Stelle.

23. Mai 2012


Anmerkung: Der Mitschnitt des Telefongesprches wurde vor Beginn genehmigt. Das Ziel dieses Telefonates war eine Recherche zu einem konkreten Sachverhalt. Es war deshalb an dieser Stelle nicht mglich, auf Fragen zum Zufallsgenerator ausfhrlich einzugehen.





Strafanzeige


Ich erstatte Strafanzeige wegen des Verdachts der Manipulation eines Gewinnspieles in der Sendung Astro TV Live vom 21. Mai 2012 gegen

1. den diensthabenden Redakteur der Sendung
2. den Betreiber von Astro TV, die Adviqo AG, Zimmerstrae 68, 10117 Berlin

Vorgang:

Das Gewinnspiel Astro TV Live wurde ausgestrahlt im Programm des Fernsehsenders Sport1 am 21.05.2012 von 8-11 Uhr, sowie im digitalen Kabelfernsehen von Kabel Deutschland, Unity Media, Kabel Baden Wrttemberg und Telecolumbus und als Live-Stream im Internet.

Die Teilnahme an den Gewinnspielen von Astro TV Live ist ausschlielich durch die Einwahl ber einen kostenpflichtigen Mehrwertdienst mglich. Jeder Anruf kostet 50 Cent. Die Auswahl einer Anruferin oder eines Anrufers innerhalb einer Spielrunde erfolgt durch einen sogenannten Zufallsgenerator. Die ausgewhlte Anruferin oder der ausgewhlte Anrufer wird dann in die Sendung durchgestellt und erhlt eine esoterische Beratung. Auch erfolglose Anrufe sind kostenpflichtig.

Die Sendungen von Astro TV Live sind Gewinnspiele im Sinne des 8a RStV und unterliegen der Gewinnspielsatzung der Landesmedienanstalten. Die zustndige Medienaufsicht liegt bei der Medienanstalt Berlin-Brandenburg.

In der Sendung Astro TV Live am 21.05.2012, ausgestrahlt auf Sport1 von 8-11 Uhr, wurden die Zuschauer whrend einer zehnmintigen Spielrunde zur kostenpflichtigen Einwahl aufgefordert, obwohl die Auswahl einer Gewinnerin bereits getroffen war und somit fr die Anrufer keine Teilnahmemglichkeit mehr am Gewinnspiel bestand.

Begrndung:

Nach den Mitmachregeln/Teilnahmebedingungen whlt der sogenannte Zufallsgenerator nach seiner Auslsung durch den Redakteur innerhalb eines vorgegebenen Zeitraumes zufllig eine Telefonleitung aus. Der Anrufer auf der entsprechenden Leitung wird dann in die Sendung durchgestellt.

Eine neue Spielrunde beginnt demzufolge jeweils nach der Durchstellung eines ausgewhlten Anrufers in die Sendung. In der Sendung Astro TV Live am 21.05.2012 war die Gewinnerin regelkonform whrend einer noch laufenden Beratung ermittelt worden. Die Durchstellung in die Sendung erfolgte nach Beendigung der Beratung gegen 9.50 Uhr aber nicht.

Da die Auswahl der Gewinnerin bereits erfolgt war, bestand fr die Anrufer bis zur Durchstellung der ausgewhlten Gewinnerin gegen 10.01 Uhr keine Mglichkeit mehr, am Gewinnspiel teilzunehmen. Trotzdem wurden die Zuschauer zur Teilnahme am Gewinnspiel aufgefordert, etwa durch das Einspielen akustischer Gerusche durch die Regie und den Kommentar der Beraterin im Studio, dass man den Zufallsgenerator hre, der einen Teilnehmer oder eine Teilnehmerin suche.

Mutmalich gibt ein solches Vorgehen dem Redakteur der Sendung die Mglichkeit, den Durchstellzeitpunkt der ausgewhlten Anruferin selbst zu bestimmen. Die Auswahl durch den technischen Mechanismus ist zwar regelkonform erfolgt, der Redakteur kann aber die Durchstellung und damit das Ende der Spielrunde hinauszgern, solange die Anzahl der eingehenden Anrufe hoch ist und damit fr den Veranstalter zustzliche Einnahmen und entsprechende Gewinne zu erzielen sind.

Geschdigte sind alle Anruferinnen und Anrufer, die sich in dem betreffenden Zeitraum kostenpflichtig eingewhlt hatten, weil ihnen eine Gewinnchance vorgespiegelt wurde, die in der fraglichen Zeit aber tatschlich nicht bestand.

Der Vorgang ist belegt durch den Spielverlauf am 21.05.2012 in der Zeit von etwa 9.46 Uhr bis 10.03 Uhr und durch Aussagen der fr diese Spielrunde als Gewinnerin ausgewhlten Anruferin in dem genehmigten Mitschnitt eines Telefongesprches.

Dass es sich hierbei nicht um einen Einzelfall handelt, belegt ein weiterer Vorgang aus der Sendung vom 19.05.2012, ausgestrahlt im Programm des Senders Das Vierte in der Zeit von 15-18 Uhr.

Beweise:

Anlage 1 - Protokoll zur Spielrunde aus der Sendung vom 21.05.2012
Anlage 2 - Unterschriebene Abschrift vom Mitschnitt eines Telefongesprches
Anlage 3 - Protokoll zur Spielrunde aus der Sendung vom 19.05.2012
Anlage 4 - Astro TV Live Mitmachregeln

Anmerkung:

Der Free-TV-Sender Sport1, 85737 Ismaning, erreicht mit 92 Prozent Netzabdeckung technisch rund 33 Millionen Haushalte im gesamten Bundesgebiet. Der Sender Das Vierte, 81675 Mnchen, erreicht aktuell ber 82 Prozent aller deutschen TV-Haushalte. Die Gewinnspiele von Astro TV Live werden ber diese Sender auch in sterreich und der Schweiz ausgestrahlt.

Mit freundlichen Gren
09. Juli 2012





Staatsanwaltschaft Berlin

Ermittlungsverfahren gegen Astro TV wegen Betruges

283 UJs xxx/12

Sehr geehrter Herr xxx,

auf Ihre Strafanzeige wurde das vorliegende Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Die Staatsanwaltschaft ist gem 160 Absatz 1 der Strafprozessordnung verpflichtet, jedem ihr bekannt gewordenen Verdacht einer strafbaren Handlung nachzugehen. 152 Absatz 2 der Strafprozessordnung begrenzt die strafverfahrensrechtliche Befugnis zum Einschreiten jedoch dahingehend, dass Strafverfolgungsbehrden nur dann aufklrend oder strafverfolgend ttig werden drfen, wenn hierfr zureichende tatschliche Anhaltspunkte (sog. Anfangsverdacht) vorliegen. Bloe Vermutungen und Mglichkeiten begrnden noch keinen Anfangsverdacht.

Derartige Tatsachen werden von Ihnen nicht vorgetragen.

Die Auswahl eines Gewinners erfolgt whrend eines vorgegebenen Zeitraums durch einen vom zustndigen Redakteur ausgelsten Zufallsgenerator und nicht mit der Einwahl des spter ermittelten Gewinners.

Der Umstand, dass sich eine Gewinnerin bis zur Durchstellung ins Studio in einer telefonischen Warteschleife befindet belegt nicht, dass sie bereits als Gewinnerin ausgewhlt war, denn zu dieser Zeit lief noch der Zufallsgenerator. Anhaltspunkte fr ein manipulatives Verhalten sind nicht feststellbar.


Ermittlungen in der Hoffnung zu beginnen, dass diese die tatschlichen Anhaltspunkte fr das Vorliegen einer Straftat erbringen, wrde eine Umgehung der Vorschrift des 152 der Strafprozessordnung darstellen, so dass das Verfahren ohne weitere Veranlassungen gem 170 Abs. 2 Strafprozessordnung eingestellt werden musste.

Gegen diesen Bescheid steht Ihnen binnen zwei Wochen nach Bekanntgabe die Beschwerde an die Generalstaatsanwaltschaft Berlin, 10781 Berlin, Elholzstrae 30-33 zu.

Durch Einlegung der Beschwerde bei der Staatsanwaltschaft Berlin wird die Frist gewahrt. Etwaige zivilrechtliche Ansprche werden durch diesen Bescheid nicht berhrt.

Mit freundlichen Gren
Staatsanwalt
18. Juli 2012

Farbliche Hervorhebung im Text von mir eingefgt





An die Generalstaatsanwaltschaft Berlin

Widerspruch gegen die Einstellung des Verfahrens

283 UJs xxx/12

Begrndung:

Die Gewinnspielsendungen von Astro TV Live bestehen aus einer Vielzahl einzelner Spielrunden. Fr jede dieser Spielrunden wird der sogenannte Zufallsgenerator neu aktiviert und whlt eine Teilnehmerin oder einen Teilnehmer als Gewinnerin oder Gewinner fr die jeweilige Spielrunde aus. Nach den Mitmachregeln ist folgender Ablauf vorgegeben:

1. Der Redakteur bestimmt den Auswahlzeitraum und startet den Zufallsmechanismus.
2. Aus den innerhalb dieses vorgegebenen Zeitraumes eingehenden Anrufen wird ein Anrufer ausgewhlt.
3. Dieser Anrufer wird dann als Gewinner der Spielrunde in die Sendung durchgestellt.

Fr die folgende Spielrunde beginnt dieser Ablauf erneut.

Die Tatsache, dass die Teilnehmerin in der Sendung vom 21.05.2012 mit ihrem Anruf ins Callcenter durchgekommen war, bedeutet demnach zweifelsfrei, dass sie durch den Zufallsgenerator als Gewinnerin fr die zu diesem Zeitpunkt laufenden Spielrunde ausgewhlt worden war.

Der Zufallsmechanismus whlt innerhalb des vorgegebenen Zeitraumes immer fr die jeweils laufende Spielrunde eine beliebig stehende Telefonleitung aus den whrend dieser Spielrunde eingehenden Anrufen aus. Der Anrufer auf der entsprechenden Leitung wird dann als Gewinner dieser Spielrunde ins Studio durchgestellt.

Die Auswahl durch den Zufallsgenerator erfolgt also nicht unter etwa bereits ins Callcenter durchgestellten und seitdem in einer Warteschleife befindlichen Anrufern, denn das wre eine Absurditt, weil sich Anrufer nur in dieser Warteschleife befinden knnten, die bereits zuvor schon einmal durch den Zufallsgenerator ausgewhlt worden wren.


Eine Wartezeit bis zu Durchstellung ins Studio kann sich nur ergeben, solange die esoterische Beratung in der vorangegangenen Spielrunde noch nicht beendet ist.
Die Anruferin in der Sendung vom 21.05.2012 wurde zu einem solch frhen Zeitpunkt
innerhalb eines offensichtlich sehr kurzen vom Redakteur vorgegebenen Auswahlzeitraumes ausgewhlt.

Die Durchstellung der Anruferin ins Studio erfolgte nach Beendigung der esoterischen Beratung aus der vorangehenden Spielrunde aber nicht. Stattdessen wurde der weitere Verlauf der Spielrunde wie dargelegt manipuliert und die brigen Anrufer getuscht, indem ihnen eine Gewinnchance vorgespiegelt wurde, die bereits nicht mehr bestand.

Mit freundlichen Gren
25. Juli 2012





Generalstaatsanwaltschaft Berlin

121 Zs xxx/12

Sehr geehrter Herr xxx,

auf Ihre Beschwerde vom 25. Juli 2012 gegen den Bescheid der Staatsanwaltschaft Berlin vom 18. Juli 2012 in dem Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche der Fernsehsendung Astro TV Live wegen des Vorwurfs des Betruges - 283 UJs xxx/12 - teile ich Ihnen mit:

Nach Prfung des Sachverhalts im Wege der Dienstaufsicht sehe ich mich nicht in der Lage, entgegen dem angefochtenen Bescheid anzuordnen, dass Ermittlungen angestellt werden. Die Staatsanwaltschaft Berlin hat es aus zutreffenden Grnden abgelehnt, in Ermittlungen einzutreten. Ihr Beschwerdevorbringen ist nicht geeignet, eine andere Entschlieung zu rechtfertigen.

Entgegen ihrer Ansicht ergeben sich aus dem von Ihnen mitgeteilten Sachverhalt keine zureichenden tatschlichen Anhaltspunkte dafr, dass die Zuschauer der in Rede stehenden Fernsehsendung zur (kostenpflichtigen) telefonischen Einwahl aufgefordert wurden, obwohl die Person, die an der Spielrunde teilnehmen wrde, durch den so genannten Zufallsgenerator bereits ausgewhlt worden war und somit fr die brigen Anrufer keine Mglichkeit mehr bestand, an der Spielrunde teilzunehmen.

Ich vermag daher Ihrer Beschwerde nicht zu entsprechen.

Hochachtungsvoll
Oberstaatsanwalt
22. August 2012
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  Nico
Bekloppter
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Beitrge: 273
Wohnort: Wiesbaden
BeitragVerfasst am: Samstag, 22.09.2012, 19:50 
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Da sagt die selbsternannte Beraterin im Studio: "Und jetzt tickert der Zufallsgenerator hier sich'n Wolf.", die Regie spielt ein tickendes Gerusch ein und fr den Staatsanwalt steht fest: "Zu dieser Zeit lief noch der Zufallsgenerator."

So ein Zufallsgenerator ist wirklich eine tolle Erfindung, auch schon deshalb, weil nicht mal hochbezahlte Juristen das System verstehen. Da hat die Adviqo AG, der Veranstalter von Astro TV, noch mal Glck gehabt.

Aber noch ist Adviqo nicht aus der Nummer raus. Um den Sachverhalt zu erklren, der Gegenstand der Strafanzeige war, gibt es nur zwei Mglichkeiten: Entweder die Anruferin war bereits ausgewhlt und wartete auf ihre Durchstellung ins Studio oder sie befand sich, wie vom Staatsanwalt behauptet, in einer Warteschleife.

Dann msste Adviqo allerdings erklren, warum sich ein oder mehrere Anrufer in einer Warteschleife befanden, whrend alle anderen Anrufer die Ansage bekamen, dass sie nicht ausgewhlt wurden. Wurde hier eine Vorauswahl getroffen?

So oder so trifft das den Kern dieser Telefonabzocke, bei der es nicht um Beratung geht, sondern nur darum, mglichst hohe Anruferzahlen zu erreichen, um damit mglichst viel Gewinn zu machen.





Der Medienanstalt Berlin-Brandenburg liegt zu der Sendung eine Beschwerde vor. Ich habe dazu folgende Fragen gestellt:

1. Ist es richtig, dass eine Spielrunde nach der Durchstellung eines Anrufers aus der vorhergehenden Spielrunde beginnt und mit der Durchstellung eines Anrufers aus der aktuellen Spielrunde endet?

2. Ist es richtig, dass die Bestimmung des Auswahlzeitraumes und die Auslsung des sogenannten Zufallsgenerators durch den diensthabenden Redakteur immer nur fr die jeweils laufende Spielrunde erfolgt und dass der so ausgewhlte Anrufer nur in diese Spielrunde durchgestellt wird?

3. Nach den Mitmachregeln wird ein Anrufer entweder vom Zufallsgenerator ausgewhlt und ins Studio durchgestellt oder es wird ihm durch eine Ansage mitgeteilt, dass er nicht ausgewhlt wurde. Ein Anrufer ist also nach der Einwahl ber den Mehrwertdienst entweder ausgewhlt oder er ist nicht ausgewhlt.

Ist es demzufolge richtig, dass ein Anrufer vom Zufallsgenerator bereits ausgewhlt wurde, wenn er ber einen Zeitraum von etwa 15 Minuten mit der wiederholten Ansage "Bleiben Sie dran" in der Leitung gehalten wird?

4. Falls der Umstand, dass ein Anrufer mit der Ansage "Bleiben Sie dran" in der Leitung gehalten wird, nur bedeutet, dass fr ihn weiterhin die Mglichkeit besteht, vom Zufallsgenerator ausgewhlt zu werden:

Wer oder was entscheidet, ob ein Anrufer sofort durch eine Ansage als nicht ausgewhlt abgewiesen wird oder mit der Ansage "Bleiben Sie dran" in der Leitung gehalten wird und handelt es sich dabei nicht um eine unzulssige Vorauswahl?

5. Wodurch ist sichergestellt, dass keine Vorauswahl unter den eingehenden Anrufen stattfindet oder dass Anrufer nicht unter Umgehung des sogenannten Zufallsgenerators nach der Zahl ihrer Einwahlversuche ausgewhlt und in die Sendung durchgestellt werden?

6. Welche Mglichkeiten stehen der Medienaufsicht zur Verfgung, um zweifelsfrei nachprfen zu knnen, ob die Anruferauswahl und die Durchstellung der ausgewhlten Anrufer in die Sendungen entsprechend den Mitmachregeln erfolgen?
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  seytania
In den Olymp aufgenommen
In den Olymp aufgenommen


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Beitrge: 1495
BeitragVerfasst am: Samstag, 22.09.2012, 19:51 
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@Nico

Vielen Dank fr deinen Einsatz und Mut!
Diesen Scharlatanen muss endlich per Gesetz diese Abzocke verboten werden!



Als gbe es noch etwas Erhellendes hinzuzufgen ber B-Entertainment, C-Prominenz und televisionre Sittenverrohung.
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  TommyAUT
Grner geht nicht
Grner geht nicht

Alter: 35
Geschlecht: Geschlecht:mnnlich
Beitrge: 2324
Wohnort: sterreich
BeitragVerfasst am: Sonntag, 23.09.2012, 01:25 
Titel:
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Diesem Dank mchte ich mich anschlieen!
Es ist eine Riesensauerei, dass deine Anzeige bisher nichts gebracht hat!



VOOORSICHT!
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  Callpassive
CITV.NL Moderator


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Beitrge: 2469
Wohnort: Ruhrgebiet
BeitragVerfasst am: Sonntag, 23.09.2012, 15:42 
Titel:
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Auch ich ziehe meinen Hut vor der Strafanzeige, denn so etwas bastelt man sich nicht mal eben in einer Stunde zusammen. Daumen hoch

« Oberstaatsanwalt » hat Folgendes geschrieben:
Entgegen ihrer Ansicht ergeben sich aus dem von Ihnen mitgeteilten Sachverhalt keine zureichenden tatschlichen Anhaltspunkte dafr, dass die Zuschauer der in Rede stehenden Fernsehsendung zur (kostenpflichtigen) telefonischen Einwahl aufgefordert wurden, obwohl die Person, die an der Spielrunde teilnehmen wrde, durch den so genannten Zufallsgenerator bereits ausgewhlt worden war und somit fr die brigen Anrufer keine Mglichkeit mehr bestand, an der Spielrunde teilzunehmen.

Tolle Antwort. Ein wunderschn verschachtelter Satz und trotzdem kaum Inhalt. Confused

Sobald ein Anrufer ausgewhlt wurde, hat kein weiterer Anrufer die Chance auf eine Durchstellung. Davon muss man ausgehen und wenn man sich, wie in diesem Fall, nicht sicher ist, dann muss man es prfen und Ermittlungen einleiten. Ansonsten kann der Redakteur die Zeit zwischen der erfolgten Auswahl und der Durchstellung beliebig in die Lnge ziehen. Dann knnen sie den Zufallsgenrator auch komplett einsparen, denn mit Zufall hatte der Zeitpunkt fr die Auswahl sowieso nicht viel zu tun.

Mich wrde mal interessieren, wie tief der (Ober-)Staatsanwalt in die Materie eingedrungen ist bzw. eindringen wollte. Hoffentlich hat er die Gewinnspielsatzung gelesen. Eine Ablehnung ist natrlich deutlich einfacher, als sich mit der kompletten "Beratungsindustrie" anzulegen.



Wir sind alle Individuen
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  pleitegeier
01379-Gesperrter
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Alter: 26
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Beitrge: 586
BeitragVerfasst am: Sonntag, 23.09.2012, 19:31 
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Ich wrde ja vermuten, dass der "Zufallsgenerator" wie der Ampel-HB von SHN funktioniert: Whrend der Runde werden einige quasi fr die "engere Auswahl" ausgewhlt und am Ende wird einer von denen ins Studio gewhlt; man beachte die Formulierung "dieser whlt zu einem beliebigen Zeitpunkt eine beliebige stehende Telefonleitung (...) aus".
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  SID HAIG
Veteran
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Beitrge: 890
Wohnort: sterreich
BeitragVerfasst am: Montag, 24.09.2012, 19:59 
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Wozu sollte das gut sein , wenn man ein paar fr die "engere Auswahl" auswhlt?

Ja genau , man suchst sich den besten Anrufer aus , der ein kleines Wahrzeichen in seiner nhe hat damit Hilli wieder auf Wahrsager machen kann Wink



FDW:"wer die Lsung hat,der hat sie!!! Das heit aber nicht , dass Sie sie automatisch haben !!!
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  Nico
Bekloppter
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Beitrge: 273
Wohnort: Wiesbaden
BeitragVerfasst am: Dienstag, 25.09.2012, 10:50 
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« pleitegeier » hat Folgendes geschrieben:
... beliebige stehende Telefonleitung ...

Das steht aber nicht in den Mitmachregeln von Astro TV, sondern: "... zufllig eine Telefonleitung ..."

Kann man im Vorschaubild vom YouTube Player oben im Thread besichtigen.
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  pleitegeier
01379-Gesperrter
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Beitrge: 586
BeitragVerfasst am: Dienstag, 25.09.2012, 14:30 
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« Nico » hat Folgendes geschrieben:
« pleitegeier » hat Folgendes geschrieben:
... beliebige stehende Telefonleitung ...

Das steht aber nicht in den Mitmachregeln von Astro TV, sondern: "... zufllig eine Telefonleitung ..."

Kann man im Vorschaubild vom YouTube Player oben im Thread besichtigen.

Pardon, da habe ich etwas verwechselt!
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  pleitegeier
01379-Gesperrter
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Alter: 26
Geschlecht: Geschlecht:mnnlich
Beitrge: 586
BeitragVerfasst am: Freitag, 23.11.2012, 21:09 
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Nachtrag:
Jetzt kann ich aus eigener Erfahrung besttigen: Es ist so, wie ich mir das gedacht habe. "Herzlichen Glckwunsch, sie sind nun in der engeren Auswahl. Mit etwas Glck stellt der Zufallsgenerator sie gleich durch" ertnte gestern, dann folgte eine Warteschleife, und dann wird man durchgestellt.
Gestern ausprobiert... Was man nach einem Bierchen so alles aus Langeweile macht?! Laughing

Damit hat die Antwort der Staatsanwaltschaft leider ihre Richtigkeit, mit diesem System lassen sich Durchstellpausen ganz legal durchziehen.
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  Nico
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Beitrge: 273
Wohnort: Wiesbaden
BeitragVerfasst am: Samstag, 24.11.2012, 15:04 
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« pleitegeier » hat Folgendes geschrieben:
Jetzt kann ich aus eigener Erfahrung besttigen: Es ist so, wie ich mir das gedacht habe. "Herzlichen Glckwunsch, sie sind nun in der engeren Auswahl. Mit etwas Glck stellt der Zufallsgenerator sie gleich durch" ertnte gestern, dann folgte eine Warteschleife, und dann wird man durchgestellt.

Astro TV ist ja wohl total bescheuert vllig fehlgeleitet und die Medienaufsicht gleich mit, wenn sie das nicht sofort nach intensiver Prfung abstellen.

@ pleitegeier
Danke fr Deinen "Selbstversuch". Das bringt uns bei der Frage, wie Astro TV die Anrufer bescheisst, ein erhebliches Stck voran.


Man whlt also zunchst bestimmte Anrufer aus, um sie danach noch einmal vom Zufallsgenerator auswhlen zu lassen. Davon steht nichts, aber auch rein gar nichts, in den Mitmachregeln:

« Astro TV Mitmachregeln » hat Folgendes geschrieben:
Die Anruferauswahl erfolgt ber den "Zufallsgenerator". Dieser whlt nach seiner Auslsung durch den Redakteur, innerhalb eines vorgegebenen Zeitraumes, zufllig eine Telefonleitung aus. Der Anrufer auf der entsprechenden Leitung wird dann in die Sendung durchgestellt. Den nicht ausgewhlten Anrufern wird dies durch eine Ansage mitgeteilt. Auch in diesem Fall ist der Anruf kostenpflichtig.

Von einer Vorauswahl steht da nichts. Und selbst wenn sich die Verantwortlichen darauf berufen sollten, dass eine solche Vorauswahl in den Mitmachregeln auch nicht ausdrcklich ausgeschlossen sei, wre das nicht legal, sondern eine massive Tuschung ber das tatschliche Auswahlverfahren!

Ich werde in dieser Sache jetzt aktuell nichts weiter unternehmen, um die Medienaufsicht nicht beim Prfen der ihr bereits vorliegenden Beschwerden zu stren, sonst dauert die Bearbeitung vielleicht noch mal zwei Jahre lnger ...

@ pleitegeier
Es gibt also offensichtlich zwei verschiedene Ansagen fr die Anrufer?


- "Herzlichen Glckwunsch, sie sind nun in der engeren Auswahl ..." oder
- "Leider hat Sie unser Generator nicht ausgesucht." (siehe Telefonprotokoll oben im Thread)

Dann warten wir mal ab, zu welchem Ergebnis die Prfungen der zustndigen Medienanstalt Berlin-Brandenburg zu dieser Frage fhren. Die Frage hatte ich denen ja schon unter Punkt 4 einer Mail im September gestellt:

« Mail an die Medienanstalt Berlin-Brandenburg » hat Folgendes geschrieben:
4. Falls der Umstand, dass ein Anrufer mit der Ansage "Bleiben Sie dran" in der Leitung gehalten wird, nur bedeutet, dass fr ihn weiterhin die Mglichkeit besteht, vom Zufallsgenerator ausgewhlt zu werden:

Wer oder was entscheidet, ob ein Anrufer sofort durch eine Ansage als nicht ausgewhlt abgewiesen wird oder mit der Ansage "Bleiben Sie dran" in der Leitung gehalten wird und handelt es sich dabei nicht um eine unzulssige Vorauswahl?

@ pleitegeier
Ich hatte mir bei meinen Recherchen zu Astro TV und Sportquiz geschworen: "Von mir kriegen die keinen Cent." Wie Dein "Selbstversuch" mit den kostenpflichtigen Anrufen bei Astro TV zeigt, war meine Einstellung da wohl nicht unbedingt zielfhrend.
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  Nico
Bekloppter
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Geschlecht: Geschlecht:mnnlich
Beitrge: 273
Wohnort: Wiesbaden
BeitragVerfasst am: Freitag, 15.03.2013, 17:00 
Titel:
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Grundlage fr die Strafanzeige waren die geltenden Mitmachregeln.

Nach den Mitmachregeln wird in jeder Spielrunde ein Teilnehmer direkt aus den eingehenden Anrufen ausgewhlt und dann in die Sendung durchgestellt. Tatschlich erfolgt die Auswahl aber offensichtlich unter mehreren Teilnehmern aus einer telefonischen Warteschleife.

In den Sendungen wird immer wieder bewusst der Eindruck erweckt, dass ein direkter Zusammenhang zwischen dem Einwhlen und der Auswahl fr die nchste "Beratung" bestnde:

"Und jetzt wieder einwhlen fr die nchste Beratung!" Kopitkow 19.01.2013 11:57
"Whl Dich ganz schnell ein fr das nchste Gesprch!" Giese 11.02.2013 12:47

Da die Medienanstalt Berlin-Brandenburg auf Beschwerden bisher nicht geantwortet hatte, lag es nahe, den Veranstalter von AstroTV, die adviqo AG, zu einer Stellungnahme aufzufordern:

« E-Mail an adviqo am 15.01.2013 » hat Folgendes geschrieben:
Sehr geehrte Damen und Herren,

nach der Durchstellung einer Anruferin oder eines Anrufers in die Sendung fordern die Berater und Beraterinnen die Zuschauer sehr oft dazu auf, sich whrend der laufenden Beratung wieder einzuwhlen: "Und jetzt gleich wieder einwhlen fr die nchste Beratung!" Dies entspricht dem in den Mitmachregeln angegebenen Auswahlmodus, wonach der Redakteur den Zufallsgenerator auslst, um aus den in der neuen Spielrunde eingehenden Anrufen den Gewinner fr die nchste Beratung zu ermitteln.

Nach den Mitmachregeln wird durch den Zufallsgenerator eine Telefonleitung ausgewhlt, um den Anrufer auf der entsprechenden Leitung in die Sendung durchzustellen. Allen anderen Anrufern wird durch eine Ansage mitgeteilt, dass sie nicht ausgewhlt wurden. Demnach wird ein Teilnehmer nach seiner Einwahl entweder fr die nchste Beratung ausgewhlt und anschlieend ins Studio durchgestellt oder es wird ihm mitgeteilt, dass er nicht ausgewhlt wurde.

Einige Anrufer erhalten allerdings nach der Einwahl die Ansage: "Herzlichen Glckwunsch, Sie sind nun in der engeren Auswahl. Mit etwas Glck stellt der Zufallsgenerator Sie gleich durch." Wie kann es nach den Mitmachregeln fr den Gewinn der nchsten Beratung eine engere Auswahl unter mehreren Teilnehmern geben, die mit dieser Ansage in einer Warteschleife gehalten werden?

Nach den Mitmachregeln ist ein Anrufer bereits nach der ersten Auswahl durch den Zufallsgenerator als Gewinner fr die nchste Beratung ausgewhlt! Die Notwendigkeit einer zweiten Auswahl des Anrufers durch den Zufallsgenerator unter mehreren in einer Warteschleife befindlichen Anrufern ist im Auswahlmodus von Astro TV nicht vorgesehen und verstt somit gegen die Mitmachregeln.

Ich bitte um Ihre Stellungnahme.


AstroTV teilte mit, dass man auf eine E-Mail nicht antworten werde und forderte eine schriftliche Anfrage unter "Nennung Ihrer Postadresse". Doch der Brief vom 17.01.2013 kommt bei AstroTV nicht an. In der Folge werden insgesamt acht E-Mails ausgetauscht. Der Eingang eines zweiten Briefes als Einwurf-Einschreiben vom 29.01.2013 wird dann von AstroTV besttigt. Und wozu das Ganze?

Am 12.02.2013 kommt das Antwortschreiben von AstroTV und sagt so viel aus wie "zwei mal zwei ist Rosenkohl". Das Schreiben ist nicht unterzeichnet und bezieht sich auf die Anfrage vom 17.01.2013, also auf den Brief, der angeblich nicht angekommen war.

« AstroTV am 12.02.2013 » hat Folgendes geschrieben:
Sehr geehrte xxx,

wir haben Ihr Schreiben vom 17. Januar 2013 zur Kenntnis genommen. Wir sind der Auffassung, dass die Auswahl der Teilnehmer den Angaben in den Mitmachregeln entspricht. Es gibt einen Zufallsmechanismus, der fr die Auswahl der Anrufer sorgt. Sollten Sie weitere Bedenken haben, so wenden Sie sich bitte an die zustndige Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg. Die Landesmedienanstalt, als unsere Aufsichtsbehrde, wird sicherlich die Nachfrage an uns richten, sollte sie Ihre Bedenken teilen.

Wir hoffen, Sie weiter als aufmerksame Zuschauerin unseres spannenden Programms begren zu knnen.

Mit freundlichen Grssen
AstroTV
Zuschauerredaktion


Die adviqo AG schreibt auf ihrer Homepage: "Mit unserer Erfahrung und dem sicheren Gespr fr Themen fhren wir Menschen mit ihren Fragen konsequent dahin, wo Sie die besten Antworten erhalten."

Ja, irgendwie ... AstroTV hat nicht nur fr die Anrufer in den Sendungen Antworten, die so hilfreich sind, wie die Mitgliedschaft in einer Sekte oder der tgliche Konsum von "Scripted Reality", sondern antwortet auch ausgesprochen originell auf Fragen zu den verffentlichten Mitmachregeln. Jedenfalls scheint man an einer Aufklrung ber das tatschliche Auswahlverfahren ... sagen wir mal ... nicht sonderlich interessiert zu sein.

Doch dann geschieht das Unerwartete: Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg nimmt Stellung zu den Vorgngen, die Gegenstand der Strafanzeige gegen adviqo waren:

« Medienanstalt Berlin-Brandenburg am 15.02.2013 » hat Folgendes geschrieben:

Zur Sendung vom 21. Mai 2012 fhrten Sie an, dass eine Teilnehmerin whrend einer noch laufenden Beratung bereits zur Durchstellung ins Studio fr die nchste Beratung ermittelt worden sei. Trotzdem seien Zuschauer whrend der nachfolgenden, etwa zehnmintigen Durchstellpause in dem Glauben gelassen worden, dass fr die nchste Beratung noch keine Auswahl erfolgt sei und der Zufallsgenerator angeblich immer noch eine Teilnehmerin oder einen Teilnehmer suche. Sie gaben an, die bereits etwa 15 Minuten vor dem angeblichen Zuschlag des Zufallsgenerators ausgewhlte Teilnehmerin ausfindig gemacht zu haben. Sie habe der Aufzeichnung des Telefonates zugestimmt, in der sie die o.a. Ausfhrungen besttigt. Eine Abschrift des Telefonats lag der Beschwerde bei.

Fr diese Sendung und die Sendung vom 19. Mai 2012 werfen Sie dem Veranstalter vor, dass nach der Auswahl eines Teilnehmers fr die nchste Beratung durch den Redakteur keine weitere Teilnahmemglichkeit fr Teilnehmer mehr bestnde, allerdings dennoch die kostenpflichtige Mglichkeit zur Einwahl weiter bestehe. Damit wrden alle Anrufer geschdigt, die nach der nicht on Air kommunizierten, bereits erfolgten Auswahl eines Teilnehmers weiter kostenpflichtig anriefen.

Astro TV Live wurde im Rahmen einer Schwerpunktanalyse der mabb im Frhjahr 2012 in verschiedenen Stichproben gesichtet und ausgewertet. Darber hinaus wurden die beiden von Ihnen erstellten Protokolle fr Teile der Astro TV Live Sendungen vom 19. Mai 2012 und 21. Mai 2012 zur Kenntnis genommen und entsprechende Sende-Mitschnitte durch die mabb angefordert. Zudem wurde der 15-mintige Mitschnitt der Sendung, der von Ihnen auf YouTube zur Verfgung gestellt wurde, gesichtet.

Whrend des ca. 15-mintigen Mitschnitts wird lediglich eine Anruferin ins Studio durchgestellt. Ob diese oder weitere Teilnehmer vor dem Durchstellen ins Studio bereits in der Redaktion entgegen genommen wurde, lsst sich aus der Betrachtung der Sendung, abgesehen von der Aussage der durchgestellten Teilnehmerin, dass sie eine Viertelstunde habe warten mssen, nicht ersehen. Sie gehen davon aus, dass mit der angeblichen Auswahl der Anruferin kein anderer Nutzer die Mglichkeit zur Teilnahme hatte. Alternative Mutmaungen lieen jedoch beispielsweise den Schluss zu, dass es eine Warteschlange gibt, in die weitere Nutzer eingereiht wrden oder eine Alternativteilnehmerin gesucht wurde, sodass sehr wohl weiterhin eine Mglichkeit zur Teilnahme bestand.

Auch ist es z.B. denkbar, dass verschiedene Teilnehmer in eine Warteschleife aufgenommen werden, und von dort aus durch den Redakteur ins Studio durchgestellt werden. Hierauf msste jedoch gem 5 GWS und Punkt 5.1. der Anwendung- und Auslegungsregeln in den Teilnahmebedingungen hingewiesen werden.

Auch wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass Sie mit Ihren Beobachtungen richtig liegen, kann lediglich aufgrund der Protokolle und Mitschnitte der Sendungen kein eindeutiger Versto erkannt werden. Die Mitschnitte belegen nicht zwingend, dass in dieser Zeit keine Teilnahmemglichkeit fr weitere Anrufer bestand.

Dennoch wurde der Veranstalter auf die Beschwerde hingewiesen und angehalten, etwaige Verste zu vermeiden und die Auswahl der Teilnehmer entsprechend den Teilnahmebedingungen durchzufhren.

Ein Versto gegen 6 Abs. 1 GWS durch Aussagen ber die Anzahl der Nutzerinnen und Nutzern kann in beiden vorliegenden Sendungs-Protokollen bzw. Mitschnitten nicht erkannt werden.


Zitat aus der Mail: "Auch ist es z.B. denkbar, dass verschiedene Teilnehmer in eine Warteschleife aufgenommen werden, und von dort aus durch den Redakteur ins Studio durchgestellt werden. Hierauf msste jedoch gem 5 GWS und Punkt 5.1. der Anwendungs- und Auslegungsregeln in den Teilnahmebedingungen hingewiesen werden."

Ja, liebe Medienaufsicht ... DANN TUT DOCH MAL WAS !!!

Nein ... hm ... Entschuldigung ... Wir wissen, dass es eine Warteschleife gibt ... adviqo macht dazu keine Angaben und fr die Medienaufsicht ist es denkbar ...
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« Astro TV » hat Folgendes geschrieben:
Sollten Sie weitere Bedenken haben, so wenden Sie sich bitte an die zustndige Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg. Die Landesmedienanstalt, als unsere Aufsichtsbehrde, wird sicherlich die Nachfrage an uns richten, sollte sie Ihre Bedenken teilen.

Suuuuper Vorschlag. Genauso gut kann man sich bei 'ner Parkuhr ber Astro TV beschweren. Genau das wei auch Astro TV und deshalb gibt es diesen tollen Tipp.

Mich wundert, dass Astro TV auf solche Nachfragen reagiert. Positive Mails ("Durch Astro TV macht mein Leben endlich Sinn") drften weitaus interessanter sein, denn das sind Reaktionen von Kunden, die weiterhin gut abgezockt werden knnen. Kritische Nachfragen sind uninteressant, denn solche Leute sind als langfristige Kunden nicht zu gebrauchen. Diese Leute kann man an die Partnergesellschaft MABB verweisen.



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Infos zur Aktion: hier

Am 12. Februar 2015 hatte ein Aktivist der Berliner Kommunikations-Guerilla-Gruppe "Peng! Collective" in einer Live-Sendung von AstroTV den Entzug der Sendelizenz gefordert. Das nachfolgende Echo in den Medien war betrchtlich. Es meldeten sich ehemalige Mitarbeiter von AstroTV bei einer Zeitung und besttigten die Vorwrfe, die auch in diesem Thread erhoben wurden.

Nachfolgend einige Auszge aus dem Artikel von Zeit online:

Pltzlich war der kleine Spartensender Gesprchsthema in den Medien. Pltzlich wurde die zustndige Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg von einer Welle von Beschwerden berrollt. Und pltzlich trauten sich auch ehemalige Mitarbeiter von Astro TV aus der Defensive.

Wenn es stimmt, was diese Informanten sagen, dann praktiziert Astro-TV in seinen Call-in-Sendungen dieselben Methoden, die einst dem Verkaufssender Neun Live zum Verhngnis geworden sind: Nach der Gewinnspielsatzung, die auch fr einen Sender wie Astro-TV gilt, muss ein Zufallsgenerator nach einem bestimmten Algorithmus jeweils den x-ten Anruf aussuchen, der dann durchgestellt wird. Glaubt man den Mitarbeitern, dann ignorieren die Moderatoren diesen Zufallsgenerator nicht nur konsequent, um die Zahl der Anrufe in der Warteschleife zu erhhen. Sie befrdern diesen Prozess auch, indem sie behaupten, "Ach, schon wieder ne Auflegerin, schade." Jetzt seien die Leitungen frei, die Zuschauer sollten schnell anrufen.

34 Cent kassiere Astro-TV fr jeden Anruf aus dem Festnetz nach Abzug von Mehrwertsteuer und Providerkosten – unabhngig davon, ob der Anrufer durchgekommen ist oder nicht. Anders sei dieses Geschftsmodell auch nicht finanzierbar. "Eigentlich kann es sich nur mit betrgerischen Manipulationen rechnen, wobei eine betrgerische Manipulation nicht dargestellt werden kann" , sagen Insider.

"Die wissen, dass ihnen keiner was nachweisen kann, und halten den Ball bewusst flach" , sagt ein ehemaliger Mitarbeiter, der selber als Producer von Call-in-Sendungen gearbeitet hat.

 


Die Zitate aus dem Artikel von Zeit online wurden so hnlich schon im Thread AstroTV von GreenGoblin gepostet. Der Thread Strafanzeige wre aber ohne diese Informationen nicht komplett gewesen.
 
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